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Indiana Jones and the Last Crusade

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Indiana Jones and the Last Crusade
EntwicklerVereinigte StaatenVereinigte Staaten LucasArts
PublisherDeutschlandDeutschland Softgold
Erstveröffent-
lichung
1989
Plattform(en)Amiga, Atari ST, CDTV, FM Towns, Mac, PC (MS-DOS)
GenreAdventure
Spiel-EngineSCUMM
SpielmodiEinzelspieler
SteuerungMaus, Tastatur
Medienunterschiedlich, min. drei 3,5″-DD-Disketten
SpracheDeutsch

Indiana Jones and the Last Crusade: Das Graphic Adventure ist das erste klassische Point-and-Click-Adventure von LucasArts mit dem Archäologen Indiana Jones als Titelfigur. Die Geschichte des Spiels beruht auf dem zeitgleich veröffentlichten, gleichnamigen dritten Film der Indiana-Jones-Reihe, weswegen es oft auch Indiana Jones 3 oder kurz Indy 3 genannt wird, obwohl keine Adventurespiele zu den ersten beiden Teilen existieren.

Ein ebenfalls parallel zum Film veröffentlichtes Actionspiel, Indiana Jones and the Last Crusade: The Action Game, erreichte nie die Verkaufszahlen und den Bekanntheitsgrad des Adventures.

Inhalt und Handlung Bearbeiten

Der Spieler übernimmt die Rolle des Archäologen Indiana Jones. Zu Beginn des Spieles erfährt er, dass sein Vater, ebenfalls ein Archäologe und berühmter Gralforscher, entführt worden ist. Die Suche nach dem Vater entwickelt sich zu einer Suche nach dem Gral und zunehmend in einen Wettlauf gegen Nazideutschland, das die Fähigkeiten des Grals für die Aufrüstung nutzen will.

Die Handlung des Spiels orientiert sich in groben Zügen am zu Grunde liegenden Film. Die aufgesuchten Orte (Venedig, ein Schloss in Österreich, Berlin und Iskenderun) und die dort zu erreichenden Ziele sind identisch. Da sich jedoch immer wieder auch vom Film abweichende Handlungswege ergeben und die Aktionen an den bekannten Orten auch deutlich anders sind, emanzipiert sich das Spiel von der Vorlage und nutzt vielmehr den Vertrautheitseffekt zu seinem Vorteil. Durch die Kenntnis des Films hat der Spieler zur Lösung des Spieles also allenfalls einen oberflächlichen Vorteil.

An verschiedenen Stellen im Spiel verzweigen sich die möglichen Handlungsstränge leicht, bevor sie wieder in einer gemeinsamen Strecke münden. Es sind verschiedene Lösungswege möglich. Zum Beispiel entfällt der Abschnitt, nach Berlin zu fahren, wenn Oberst Vogel nicht das echte Gral-Tagebuch erhalten hat.

Systeme und Versionen Bearbeiten

Das Spiel erschien 1989 für MS-DOS mit EGA-Grafik, Amiga, Atari ST und Mac auf 5,25"- und 3,5"-Disketten. Nur auf dem japanischen Markt wurde 1990 eine Version für Fujitsus FM Towns veröffentlicht.[1] Diese CD-ROM-Version enthielt überarbeitete, 256-farbige Grafiken und einen verbesserten Soundtrack in Audio-CD-Qualität. Auf Basis der FM-Towns-Version wurde später noch eine DOS-Variante mit VGA-Grafiken veröffentlicht, die aus Platzgründen aber weiterhin den ursprünglichen Soundtrack enthielt, da sie ebenfalls auf Disketten verkauft wurde. 1992 erschien eine Version für Amiga CDTV.[2]

Indiana Jones and the Last Crusade ist das erste LucasArts-Adventure, von dem es keine C64-Version gibt.

Technik und Steuerung Bearbeiten

Technisch basiert der Titel auf Version 3 der LucasArts-eigenen SCUMM-Sprache. Der Bildschirm ist dreigeteilt in einen Bereich für Aktionsverben, ein darunter angeordnetes, aus Worten bestehendes Inventar der Spielfigur und den Spielbildschirm, der den größten Teil des Bildes einnimmt.

Gegenüber den vorhergehenden Titeln Maniac Mansion und Zak McKracken wurde die Benutzerführung nur leicht modifiziert. Obwohl einige Aktionsverben neu hinzugekommen sind und der Cursor deutlich verkleinert wurde, hat sich das Look and Feel nicht wesentlich geändert. Neu ist hingegen ein Dialogsystem, das der Spielfigur anhand von Auswahlmöglichkeiten vorgegebener Sätze Gespräche ermöglicht und damit eine zusätzliche Rätselquelle eröffnet. Ebenfalls neu sind kleine Actionsequenzen in Form von Boxkämpfen und einem Flug in einem Doppeldecker.

LucasArts hat für das Spiel ein Bewertungssystem, den Indy-Quotienten (IQ), eingeführt. Die maximale mögliche Punktzahl von 800 kann dabei nur erreicht werden, wenn in mehreren Spielen alle möglichen Rätsel und Lösungswege erarbeitet wurden. In der Praxis dürfte dieser Punktestand daher kaum jemals erreicht worden sein. Die höchste in einem Spiel erreichbare Punktezahl beträgt 506.

Entwickler Bearbeiten

Pressespiegel Bearbeiten

Bewertungen in Spielezeitschriften Bearbeiten

Auszeichnungen von Spielezeitschriften Bearbeiten

Trivia Bearbeiten

Der Running Gag des Spiels ist die in vielen Dialogen mögliche Aussage „Hallo, ich verkaufe diese modischen Lederjacken!“, was auch als Seitenhieb auf das Ende der 80er Jahre verstärkt einsetzende Merchandising bei Filmen zu verstehen ist. Auch die Bezeichnung der für Indiana Jones typischen Bekleidung im Spiel als „Indy-Wear TM“ geht in diese Richtung. Obwohl die Lederjacken-Aussage meistens völlig sinn- und zusammenhangslos erscheint, ist sie einmal doch die richtige Auswahl.

Der Zeppelin-Steward erreichte einen hohen Bekanntheitsgrad als sehr schwer zu besiegender Gegner. Dieser behauptete übrigens vor dem Kampf, in den Olympischen Spielen des Jahres 1934 eine Silbermedaille im Boxen gewonnen zu haben. Tatsächlich fanden 1934 gar keine Olympischen Spiele statt.

Georges Seurat - Un dimanche après-midi à l'Île de la Grande Jatte.jpg

Un dimanche après-midi à l'Île de la Grande Jatte von Georges Seurat, sowohl in Indiana Jones and the Last Crusade als auch in Maniac Mansion zu sehen

Weitere Running Gags sind Anspielungen auf ältere Lucasarts-Spiele. So findet sich zum Beispiel in dem Büro von Indy eine Kristallscherbe, die Hinweise darauf gibt, dass sie jemand in San Francisco haben möchte. Diese Kristallscherbe ist einer der Kristalle, die in Zak McKracken benötigt wurden. Weitere im Büro befindliche Anspielungen sind die Maske eines Medizinmanns (Zak McKracken), das Stück eines Kometen mit purpurnem Schleim (Maniac Mansion) und mit dem Totempfahl eines südamerikanischen Stammes, „der Hund und Hase verehrt“, eine Andeutung auf den Comic Sam ’n’ Max, zu dem LucasArts einige Jahre später ebenfalls ein Spiel gleichen Namens veröffentlichte. Ebenso finden das Gemälde Ein Sonntagnachmittag auf der Insel La Grande Jatte von Georges Seurat und eine Skulptur sowohl im Haus von Dr. Fred (Maniac Mansion) als auch auf Burg Brunwald Verwendung als Dekoration. Eine weitere Anspielung ist die Musikauswahl beim Pianisten an Bord des Zeppelins, gegenüber diesem kann u. a. der Wunsch geäußert werden, die „Ouverture aus Krieg der Sterne“ zu spielen.

Als Widerspruch, sowohl in diesem als auch in den nachfolgenden Spielen und in den Filmen, gilt die Tatsache, dass Indy immer Rätsel lösen muss, um den nächsten Ort zu erreichen, und seine Gegenspieler dies offensichtlich nicht müssen. Somit sind sie ihm immer einen Schritt voraus, um ihn am jeweiligen Ort in Empfang zu nehmen.

Die deutsche Version musste um sämtliche verfassungsfeindlichen Symbole (Hakenkreuze) bereinigt werden. Allerdings wurden die Hakenkreuze vergessen, die erscheinen, wenn eine deutsche Wache von Indiana Jones bewusstlos geschlagen wird. Ferner wurde aus allen Dialogen des Spiels das Wort Nazi weitgehend entfernt.

Die VGA-Version enthält noch EGA-Artefakte, wie z. B. den Bibliothekar in Venedig. Daher ist einzig die FM-Towns-Version vollständig in VGA.

Nachfolger Bearbeiten

Nach dem großen Erfolg von Indiana Jones and the Last Crusade plante LucasArts bald einen Nachfolgetitel. Zunächst wurde an einem von Chris Columbus geschriebenen Titel Indiana Jones and the Garden of Life gearbeitet. Die Handlung war jedoch so skurril, dass schnell Zweifel an der Realisierbarkeit laut wurden, was schließlich zur Einstellung des Projektes führte. Anstelle dessen folgte 1992 das Adventure Indiana Jones and the Fate of Atlantis. Später erschienen dann noch die Action-Adventures Indiana Jones und der Turm von Babel und Indiana Jones und die Legende der Kaisergruft.

Einzelnachweise Bearbeiten

  1. Indiana Jones and the Last Crusade: The Graphic Adventure in der Datenbank von GameFAQs. (englisch)
  2. Indiana Jones and the Last Crusade für CDTV in der Amiga-Datenbank Hall of Light.

Weblinks Bearbeiten

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