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Bakkarat auch in der Schreibweise "Baccara" ist ein Kartenspiel, dass auch hauptsächlich in Casinos sehr häufig gespielt wird.


AllgemeinesBearbeiten

Baccara wird mit sechs Paketen französischer Spielkarten à 52 Blatt, also 312 Blatt, gespielt. Baccara-Karten tragen keine Index-Zeichen und besitzen gleichmäßig einfarbige Rückseiten ohne Muster. Es werden drei Pakete mit hellrosa und drei Pakete mit hellblauen Rücken verwendet.

Ziel des Spiels ist es, mit zwei oder drei Karten neun Punkte zu erzielen, oder zumindest näher an neun Punkte heranzukommen als der Gegner. Die Zählwerte der Karten sind: As ein Punkt, 2er bis 9er zählen zwei bis neun Punkte, 10er und Figuren jedoch null Punkte. Ergeben die Karten in Summe zehn oder mehr Punkte, so zählt nur die Einerstelle; d. h. hat ein Spieler eine 7 und eine 5, so zählt dies 2 Punkte; hat ein Spieler eine 6 und eine 4, so zählt dies null Punkte oder eben "Baccara".

Baccara wird in zwei Hauptvarianten in den Casinos angeboten: Baccara chemin de fer und Baccara banque, von diesen beiden Spielweisen existieren noch weitere Variationen. Der leitende Croupier wird beim Baccara "Chef de partie" oder "Tailleur" genannt, ihm steht der Changeur, der Jetons wechselt, zur Seite.

Baccara chemin de ferBearbeiten

Zu Beginn einer Partie werden die Karten vom Croupier gemischt und von einem Spieler coupiert, dabei ist folgendes Zeremoniell üblich: Der Croupier legt die Karten offen auf den Tisch und "verrührt" diese mit beiden Händen, nach einiger Zeit wendet er die Karten, setzt das Rühren mit den nun verdeckten Karten fort und schichtet sie zu einem Stapel (die Taille). Zum Coupieren (Schneiden, Abheben) steckt der Spieler, der zur Linken des Croupiers sitzt, eine neutrale beidseitig rote Karte (Carte de coupe) an der Stelle in den Stapel, wo er abgehoben haben möchte. Das Abheben selbst führt wiederum der Croupier durch. Dieser steckt nun eine weitere neutrale Karte (Carte d' arrêt) vor die siebentletzte Karte und legt den Stapel in den Kartenschlitten (Sabot, engl: Shoe). Wenn später die neutrale Karte erscheint, wird der eben begonnene Coup beendet und danach werden die Karten neu gemischt.

Der Spieler, der zur Rechten des Croupiers sitzt, wird Banquier im ersten Spiel und übergibt dem Croupier seinen Einsatz. Die übrigen Spieler setzen nun gegen den Bankier. Sind die Einsätze getätigt, so teilt der Bankhalter die Karten wie folgt verdeckt aus: die erste erhält der Gegenspieler, der den höchsten Einsatz getätigt hat, d.h. der Ponte, die zweite erhält der Bankhalter, die dritte Karte der Ponte, die vierte wieder der Bankhalter. Den Riten des Spiels entsprechend legt der Bankhalter die Karten für den Ponte auf eine Palette, mit der der Croupier die Karten dem Ponte reicht.

Nun sieht der Ponte seine Karten an und zählt die Augen. Hat der Ponte mit seinen ersten beiden Karten

  • 0 bis 4 Punkte, so legt er seine beiden Karten verdeckt nebeneinander auf den Tisch und bittet mit den Worten "Carte, s'il vous plaît." um eine weitere Karte;
  • 5 Punkte, so hat er freie Wahl, eine Karte zu ziehen oder stehen zu bleiben;
  • 6 oder 7 Punkte, so legt er seine beiden Karten verdeckt übereinander auf den Tisch, sagt "Non, Monsieur" oder "Reste" und zeigt damit an, dass er keine weitere Karte ziehen möchte.
  • 8 oder 9 Punkte, so deckt er seine Karten auf – man nennt dies ein Naturel – und sagt "Huit" oder "Neuf" (bzw. "La petite" oder "La grande"); der Bankhalter deckt dann auch auf, in diesem Fall werden keine Drittkarten gezogen.

Hat der Ponte sich "erklärt", so deckt der Bankhalter seine Karten auf (er hat sie zuvor noch nicht angesehen). Hat der Bankhalter 8 oder 9 Punkte, so wird eine von seiten der Ponte gewünschte dritte Karte nicht mehr ausgegeben und gleich abgerechnet; hat der Bankhalter jedoch 7 oder weniger Punkte, so gibt er die ev. vom Ponte gewünschte Karte offen. Nun erklärt der Bankhalter, ob er ziehen will, oder nicht. Er spielt "nach dem Schlitten", wenn er sich an die folgenden Ziehungsregeln (Tableau de tirage) hält:

Hat der Bankhalter

  • 7 Punkte, so zieht er niemals eine dritte Karte
  • 6 Punkte, so zieht er nur dann eine dritte Karte, wenn er dem Ponte eine 6 oder eine 7 gibt.
  • 5 Punkte, so zieht er eine dritte Karte, wenn er dem Ponte eine 5, 6 oder 7 gibt, oder wenn der Ponte passt; er hat freie Wahl bei Ausgabe einer 4 und passt bei Ausgabe einer 1, 2, 3, 8, 9, 10 oder einer Bildkarte.
  • 4 Punkte, so zieht er keine Karte, wenn er dem Ponte eine 1, 8, 9, 10 oder eine Bildkarte gibt, in allen anderen Fällen kauft der Bankhalter.
  • 3 Punkte, so zieht er keine dritte Karte, wenn er dem Ponte eine 8 gibt, er hat freie Wahl bei Ausgabe einer 9; in allen anderen Fällen kauft der Bankhalter.
  • 0 bis 2 Punkte, so zieht er stets eine dritte Karte.

Sind beide Parteien bedient, wird abgerechnet; die Partei mit der höheren Punktezahl gewinnt; bei Gleichstand ("en cartes") ist der Coup ungültig. Gewinnen die Pointeure, so erhalten sie einen Gewinn in Höhe des Einsatzes. Gewinnt der Bankhalter, so muss er von seinem Gewinn eine Taxe in Höhe von 5% an die Spielbank zahlen (d.h. er gewinnt im Verhältnis 0,95 zu 1). Gewinnt der Bankhalter, so darf er die Bank weiter behalten, er darf dann aber daraus kein Kapital entnehmen; verliert der Bankhalter, so muss er den Schlitten an seinen Nachbarn zur Rechten weiterschieben.

Weitere Regeln

Banco

Will ein Spieler allein einen Betrag in Höhe der Banksumme (dem "Banco") setzen, so sagt er "Banco" oder ""Banco solo"; die Einsätze der anderen Gegenspieler werden zurückgewiesen und der Coup nur zwischen dem Bankier und diesem einen Spieler gespielt. Es können auch zwei Spieler gemeinsam Banco spielen und "Banco à deux" ansagen.

Will ein Spieler den halben Bankbetrag setzen, so sagt er "Banco avec la table" oder kurz "Banco avec"; die übrigen Spieler können dann nur mehr bis zur Hälfte der en banque befindlichen Summe mitsetzen. Will der Banco-Spieler auch einen nach den Einsätzen der übrigen Pointeure noch verbleibenden Differenzbetrag auf die volle Banksumme spielen, so sagt er "Banco et la table marche"

Die Ansage Banco solo hat Vorrang vor Banco à deux; Banco à deux hat Vorrang vor Banco avec.

Suivi

Hat ein Spieler Banco gespielt und verloren und möchte er erneut Banco spielen, so sagt er "Suivi"; er hat dann das Vorrecht vor jedem anderen Spieler, der auch Banco spielen möchte.

Suite

Hat der Bankhalter gewonnen und wünscht die Bank nicht mehr weiter zu halten, so kann er diese abgeben und sein Kapital einschließlich der Gewinne entnehmen, er sagt dann "Il y a une suite." oder "La main passe." Die Bank wird dann reihum zum aktuellen Banco angeboten; will ein Spieler die Bank übernehmen, so sagt er "Passez-moi les cartes." Findet sich aber niemand, der die Bank mit der aktuellen Summe weiterführen möchte, so wird die Bank versteigert. Gibt niemand ein Gebot ab, so geht die Bank an denjenigen Spieler, der ohnedies als nächster Spieler die Bank erhalten würde; dieser muss zumindest das Minimumbanco setzen. Sobald die Suite fällt, also die Bank verliert, erhält der Spieler zur Rechten des ursprünglichen Bankiers den Schlitten.

Prime

Wollen mehrere Spieler Banco spielen, so hat derjenige das Vorrecht, der näher zur Rechten des Bankhalters sitzt. (Suivi geht jedoch vor Prime.)

Übersteigt die Summe der Einsätze der Gegenspieler die Banksumme, so zählen die Einsätze vom Nachbarn zur Rechten beginnend bis die Banksumme erreicht ist. Einsätze, die nicht gehalten sind, werden zurückgewiesen, es sei denn, der Bankhalter erhöht das Banco. Setzen die Gegenspieler insgesamt weniger als die aktuelle Banksumme, so wird der überschüssige Betrag entnommen; um diesen Betrag wird nicht mehr gespielt, er geht "au garage" oder "au chocolat", die so reduzierte Summe ist das neue Banco.

Während einer Suite ist für das Prime-Recht der Platz zur Rechten des ursprünglichen Bankiers maßgeblich.

Banco double – Verdoppeln der Banksumme

Ein Spieler kann auch auf der Seite des Bankhalters mitspielen, indem er seinerseits Jetons im Wert der aktuellen Banksumme in die Bank einbringt. Bankhalter und Mitbänker sind zu gleichen Teilen an Gewinn und Verlust beteiligt; ein Mitbänker hat aber kein Mitspracherecht bei den Entscheidungen der Bank (z.B. Suite geben oder weiter die Bank halten, Verhalten in den Volonté-Fällen).

Limits

Chemin de fer wird i.a. um hohe Einsätze gespielt; von der Spielbank wird lediglich ein Minimumbanco, die Mindestsumme, die ein Bankhalter setzen muss, vorgeschrieben; ein Maximum gibt es nicht. Der Mindesteinsatz für einen Gegenspieler der Bank beträgt jeweils ein Zehntel des Minimumbanco.

Spielende

Prinzipiell könnte das Spiel jederzeit (genauer: nach jedem einzelnen Coup) beendet werden, üblicherweise wird eine Partie aber nur am Ende eines "Schlittens" beendet, d.h. wenn die Karten erneut gemischt werden müssten. Der Betrag, der bei Partieende in der Bank liegt, gehört natürlich dem aktuellen Bankier.

Abkömmlinge des Chemin de fer Bearbeiten

Punto BancoBearbeiten

Punto Banco unterscheidet sich von Chemin de fer wie folgt

Die Spieler spielen nicht gegeneinander, sondern gegen die Spielbank; d.h. die Summe der Einsätze auf Punto kann daher die Einsätze auf Banco übersteigen oder umgekehrt. Es gibt natürlich kein Banco, Suivi, Suite, etc.

Ein Spieler kann beliebig (innerhalb der vom Casino vorgegebenen Limits)

  • auf Gewinn des Bankhalters (Banco oder Banker) oder
  • auf Gewinn der Spieler (Punto oder Player) oder
  • auf Unentschieden (Égalité oder Tie) wetten.

Banco gewinnt 0,95 zu 1, Punto gewinnt 1 zu 1, Égalité gewinnt 8 zu 1.

Es gibt keine Volonté-Fälle: Die Ziehungsregeln des Punto Banco bestimmen, dass der "Spieler" (Punto) bei fünf Punkten kaufen muss; ebenso muss der "Bankhalter" (Banco) bei drei Punkten und Ausgabe einer Neun kaufen, bzw. bei fünf Punkten und Ausgabe einer Vier.

Da diese Ziehungsregeln keine Freiheiten mehr zulassen, kann das Spiel vom Croupier durchgeführt werden, und die Karten werden gleich offen aufgelegt.

Bankvorteil

Im langfristigen Mittel enden 9,52 % der Spiele unentschieden, damit beträgt der Bankvorteil für die Wetten auf Égalité 14,28 %, diese Wette ist somit für den Spieler äußerst nachteilig.

Die Wetten auf Punto bzw. Banco sind annähernd gleichwertig:

Von den verbleibenden 90,48 % aller Coups gewinnt in

  • 50,68 % der Fälle die Wette auf Banco, der Bankvorteil beträgt aufgrund der Auszahlungsquote von 0,95 zu 1 gerade 1,17 %, und in
  • 49,32 % der Fälle die Wette auf Punto, der Bankvorteil für diese Wetten beträgt somit 1,36 %.

Zum Vergleich: der Vorteil der Spielbank bei den einfachen Chancen des Roulette beträgt 1,35%.


Im Unterschied zum Chemin de fer darf der Bankhalter beim Baccara banque die Bank auch nach einem verlorenen Coup weiterhalten. Solange ein Spieler die Bank hält, darf er kein Kapital entnehmen; er kann aber die Bank jederzeit abgeben (Suite).


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